High (ohne) End


Ein Blick in die Szene zeigt ein verwirrendes Bild:
  • die Anzeigenteile der Magazine sind voll von gebrauchten, nicht mehr erwünschten Gerätschaften, die angeblich „beste Referenz“ sind
  • die Chat-Foren bersten von guten Tipps und noch besserer Sachkenntnis
  • die einschlägigen Fachjournale liefern in jeder neuen Ausgabe wieder seitenlange Berichte über jede Menge Geräte, die so gut gewesen sein sollen, dass der Berichterstatter sie kaum noch zurücksenden wollte
  • fast jede größere Stadt hat ihren HighEnd-Guru, der als einziger den Stein der Weisen gefunden zu haben glaubt

Und allem zum Trotz lässt sich ein scheinbar verrücktes Trüppchen von Besessenen nicht davon abhalten, auf eigene Gefahr den Mount Everest des HighEnd zu besteigen.
Was also läuft im HighEnd-Lager eigentlich?
Offensichtlich bewegen wir uns hier in einem Spannungsfeld, das sich zwischen Technikfreaks auf der einen Seite und Musikliebhabern auf der anderen auffächert.

Prinzipiell ist es eine Utopie, dass eine Stereoanlage ein Musikstück wiedergibt, als säße man im Veranstaltungssaal direkt vor den Menschen die auf ihren Instrumenten ein solches Musikstück gerade hervorbringen. Die Natur ist nicht kopierbar.
Möglich ist es allerdings, Hifi-Geräte so zu optimieren, dass eine neue Art von Musikgenuß entsteht die sich durchaus in ihren Kriterien ** an die natürliche Musikdarbietung anlehnt. Diesem Ideal können sich Entwickler verschreiben und ihr Handwerk und ihre Kunst zurechtschleifen bis sie dieses Ziel erreicht haben. Aber wie in allen Künsten gibt es auch in dieser Sparte nur wenige, die Meisterschaft erlangen. Da liegt die eine Herausforderung an den HighEnd-er: diese wirklichen Meisterwerke zu finden und sie zum Ausgangspunkt seiner persönlichen Anlage zu machen.

Doch ständig hintertreibt die Elektronikbranche diese Suche mit dem Versprechen, man müsse lediglich die Komponente A gegen die Komponente B austauschen um endlich am Ziel zu sein. Zeitungsartikelschreiber wollen uns gewisse Techniken als einzig zielführende aufs Auge drücken. Nur Röhren oder Transistoren, Silber- oder Kupferkabel, CD- oder Plattenspieler, Masse- oder stringgelagerte Laufwerke, Hörner oder Mehrweglautsprecher würden die Musik machen. Tatsache ist jedoch, dass hauptsächlich versucht wird, ein Konglomerat von Fehlern durch ein anderes zu kompensieren. Am Ende steht man vor einem Haufen an Gebrauchtgeräten, geht Hifi-Guru’s auf den Leim oder schmeißt den Hut drauf (siehe oben).

Viel wichtiger ist die konsequente Umsetzung eines Konzeptes, eines Weges, den man als erfolgversprechend erkannt hat. Feintuning stellt also eine weitere Herausforderung dar. Auch hier wittert die Industrie schon lange ein gutes Geschäft und bietet Mengen von Zubehör an. Sowohl für die Geräteauswahl wie auch für die Beschaffung von Tuningteilen sollte man aber drei Dinge beherzigen: hören, hören und hören. Nichts sollte man einem Hifi-Händler und nichts einem Redakteur glauben. Das was entscheidet, ist das eigene geschulte Ohr! Und was für gut befunden worden ist, muss dann noch in die eigene Anlagenkonfiguration passen!

Den besten Erfolg bringen wenige gezielte gut überlegte Maßnahmen an wesentlichen Stellen. Aufstellung, Rack, Kabel, Abschlussstecker, Raum. Die wichtigste Herausforderung sollte man bei all diesen Schritten im Hinterkopf behalten- wie spielt meine Anlage am besten Musik***. Jeder klangliche Fortschritt sollte daran bemessen werden, ob er Freude beim Musikhören und eine natürliche Musikdarbietung bringt. Viele Hörstunden allein damit zu verbringen die bessere Auflösung oder die tieferen Bässe bzw. höheren Höhen oder die breitere Bühne zu suchen ist verlorene Zeit, wenn sich nicht der Spaß an der Musik und das unbedingte Bedürfnis, den Tonträger- ja alle Tonträger - bis zum Ende zu hören, gleichzeitig einstellt.

HighEnd bedeutet Liebe zur Musik und nicht Technikbesessenheit

Zu diesem Thema interessante Texte von Hiraga:

Geheimnis der Musikalität:
http://www.auditorium23.de/Kommentare/Hiraga.html

Maßstäbe für die Beurteilung von Hifi-Verstärkern: http://www.auditorium23.de/Kommentare/Heft15_1.html





Highendige Selbsterfahrung


Vorausgeschickt sei, dass ich 15 Jahre und viel Geld (ganz zu schweigen von den Kilometern) investiert habe um diverse Anlagenkonzepte zu besitzen und viele fertige Anlagen zu hören.

Das ist nun meine aktuelle Musikanlage, mit der ich endlich leben kann:

CD-Spieler: 47 Lab Flatfish 4713
Wandler: 47 Lab Progression DAC 4705
Verstärker: 47 Lab Gaincard 4706 DualMono
Lautsprecher: 47 Lab Lens 4722 mit Subwoofer Rel Q200E
Kabel: OTA Kabel 4708
Zubehör:

Stecker von Furutech, Abschlussstecker von Black Forest Audio, Audiodesk von Gläß, Audio-Animator und Raum-Animator von Artkustik, Rack im Eigenbau



Charakteristik der Anlage

Dazu nur einige Stichworte zur Orientierung: sehr rein, klar und direkt, nicht aufgedunsen, sehr rasch, ausgesprochen räumlich, wunderbar rhythmisch, wirkliches Zusammenspiel der Instrumente und Sänger auf eine völlig natürliche Art, kein Mangel an Höhen oder Bässen (wobei durch das Feintuning etwas Wärme „zugeführt“ werden sollte). Es kommen die üblichen Hifi-Kriterien völlig selbstverständlich, so dass man vergisst, darüber nachzudenken.

Tuningpotential

Ganz wesentliche Bereiche des Klanggenusses bleiben einem verborgen, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, seine Anlage zu optimieren (siehe High ohne End). Zweckmäßig erscheint es mir, sich beim Tuning an das Konzept anzulehnen, das der Entwickler der verwendeten Geräte vorgab. In diesem Sinne habe ich viele Dinge ausprobiert und einige davon ergaben für mich wirklich einen deutliche Gewinn an Hörzufriedenheit
Selbstverständlich ist es, die Aufstellung der Lautsprecher auch im Bezug zur Raumakustik zu erproben. Meinen hallanfälligen Raum habe ich mit dämpfenden und gleichzeitig streuenden Wandverkleidungen bestückt, die auch dem Stil der Einrichtung entsprechen.
Sehr viele Versuche habe ich mit meinen OTA-Kabeln hinter mir (dünne monofile Reinkupferkabel). Die haben sich als absolut überlegen gegenüber auch viel kostspieligeren Kabeln erwiesen. Widerstände im Signalweg wie sie manche Firmen verwenden sind eindeutig als bremsend auszumachen. Die OTA-Kabel selbst haben eine Konnektorkonstruktion, die ohne Lötstellen auskommt. Verwendet man andere Stecker hört man wiederum klar die klangbremsenden Lötstellen.
Durch eine Flachs- oder Leinenumhüllung der Kabel konnte ich Interferenzen im Hochtonbereich eliminieren die offensichtlich durch mechanische und/oder elektromagnetische Mikrophonieeffekte hervorgerufen wurden. Der Klang wurde deutlich natürlicher.
Der nächste Schritt wird sein, Klangbeeinträchtigungen, hervorgerufen durch die Oxidation der abisolierten Kabelenden, durch galvanisch aufgebrachte Vergoldung zu verhindern.
Um sich den Verlust durch eine Steckerleiste zu sparen habe ich den Vorschlag des Europageneralvertriebs umgesetzt und versorge die einzelnen Transformer direkt aus dem Hauptnetzstecker.
Und dann habe ich noch versuchsweise die Erdung weggelassen.....!!!!!
Sinnvoll ist auch ein Abschlussstecker am zweiten Ausgang des CD-Laufwerkes.
Die Aufsätze von Peter Belt haben mich zum Tiefkühlen von CD’s und Kabel animiert. Ich konnte dadurch einen reineren und räumlicheren Klang ohne nervende Analytik erreichen.
Einen ähnlichen Effekt haben die Produkte von Artkustik- mehr Natürlichkeit und Wärme ohne Schwammigkeit sondern mit gleichzeitig gesteigerter Klarheit und Lösung des Klanges von den Lautsprechern.
Ebenfalls selbstverständlich ist das Anfasen der CD’s und die schwarze Bemalung der Außen- und Innenkante.
Auf lange Sicht ist noch ein Upgrade durch bessere Lautsprecher, eventuell Hochwirksamkeitslautsprecher, geplant die der Geschwindigkeit der Elektronik besser gewachsen sein und mehr Souveränität bringen sollen.

Entwicklung des Racks

Die Entwicklung eines eigenen Racks war und ist für mich eine wertvolle Herausforderung, mich mit den Kriterien für Klang und seine Beeinflussung auseinanderzusetzen.
Meine grundlegende These dabei ist, dass Schwingungen immer irgendwie weitergeleitet werden und auch weitergeleitet werden sollen, weil sonst ein muffiger Sound entsteht. Die Frage die zu lösen ist besteht vielmehr darin, wie diese Schwingungen am besten gehandhabt werden können (siehe auch Philosophie der Firma 47 Lab). Das wiederum bedeutet, dass die Schallfortleitung möglichst rasch erfolgen muss, um nicht weit vom ursprünglichen Signal die Hauptwellen zu überlagern.
Nach einigen Versuchen habe ich bemerkt, dass eine Konstruktion auf harmonikalen Grundlagen Schall deutlich günstiger leitet und besser klingt. Das heißt dass die Proportionen des Racks denen einer swingenden Saite und ihrer Obertöne entlehnt sind.
Viele meiner weiteren Versuche haben sich mit dem klanglich besten Material beschäftigt. Hier klingt Holz wie in vielen Klangkörpern eindeutig am natürlichsten. Doch Holz ist nicht gleich Holz. Also musste auch das beste Klangholz eruiert werden. Doch das soll mein kleines Geheimnis bleiben.
Für die Platte, auf der die Geräte stehen, habe ich mir Anleihen aus dem Instrumentenbau geholt. Ihr Profil ist wie das einer Geigendecke geschnitzt.
Insgesamt hat sich auch hier eine grundlegende Beobachtung bestätigt: je einfacher das Prinzip umso unverfälschter und natürlicher der Klang.
Die bisher gewonnen Erkenntnisse werde ich nun in die Planung meines endgültigen Racks einfließen lassen.





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Dr. Klaus MAYER
Facharzt für Chirurgie (Gefäßchirurgie)
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Dr. Klaus MAYER

Facharzt für Chirurgie
(Gefäßchirurgie)